Christoph Baggenstos, SVC Regionenleiter Zentralschweiz spricht an der Preisverleihung des Prix SVC Zentralschweiz im KKL Luzern

«Ich glaube an das Unternehmertum» - Interview mit Christoph Baggenstos für Beilage Luzerner Zeitung

Jurymitglied SVC-Regionenleiter Zentralschweiz und OK-Präsident Christoph Baggenstos erklärt, warum Schweizer Unternehmen auch in schwierigen Situationen auf dem Markt bestehen können und warum die Siegerwahl keineswegs einfach war.

Christoph Baggenstos, im Januar 2020 haben Sie mit den anderen Jurymitgliedern die sechs Finalisten des Prix SVC Zentralschweiz besucht. Seither hat sich durch das Coronavirus vieles verändert. 
Wie schätzen Sie die Lage der KMU in der Zentralschweiz heute ein?

Die meisten Unternehmen sind solide aufgestellt, was mich sehr freut. In einer Krise wie jetzt bewährt sich das typisch Schweizerische besonders gut: Schweizerinnen und Schweizer handeln grundsätzlich überlegt und weitsichtig. Natürlich spüren wir momentan eine gewisse Zurückhaltung im Bereich der Investitionen, und einige Branchen sind von den Pandemiemassnahmen hart getroffen. Ich bin jedoch optimistisch, dass wir mittelfristig wieder besseren Zeiten entgegengehen. Auf dem Weg dahin profitieren die KMU auch von den Covid-Überbrückungskre- diten, die schnell und unkompliziert zur Verfügung standen und für die benötigte Liquidität gesorgt haben, sowie von wei- teren Unterstützungsmassnahmen. 

Welche Erinnerungen haben Sie an den Besuchstag?
Für mich war es bereits das dritte Mal, dass ich an einem dieser Besuchstage dabei war. Obwohl ich weiss, dass wir in der Zentralschweiz eine unglaubliche Vielfalt an KMU haben, war ich von den Präsentationen der sechs Finalisten erneut beeindruckt und begeistert. Alle haben uns auf sympathische Weise innerhalb von jeweils einer Stunde ihre Tätigkeit vorgestellt. Sich für einen Sieger zu entscheiden war nicht einfach, denn alle sind würdige Finalisten und auf einem sehr hohen Niveau unterwegs. 

Trotzdem mussten Sie am Ende des Tages einen Sieger ernennen. Nach welchen Kriterien sind Sie vorgegangen? 
Wir gingen bei jedem Unternehmen nach den gleichen, genau definierten Kriterien vor. So spielte unter anderem die Nachhaltigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln eine Rolle. Zum einen wollten wir wissen, wie nachhaltig aus finanzieller und strategischer Sicht gewirtschaftet wird, zum anderen prüften wir, wie das Unternehmen Umweltaspekte einbezieht. Weil jedes Jurymitglied einen anderen Hintergrund mitbringt, konnten wir am Schluss auf eine breit abgesteckte Analyse zurückgreifen und den Sieger bestimmen. Obwohl es wie gesagt nicht einfach war, entschieden sich die Jurymitglieder schlussendlich ganz klar für den Sieger. 

Die Credit Suisse unterstützt den SVC seit 2006 als Goldpartner. Weshalb dieses Engagement?
KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft und zentral für den Wohlstand im Land. Der SVC setzt sich in der ganzen Schweiz für die Förderung der KMU ein. Deshalb unterstützt die Credit Suisse als Bank für Unternehmer den SVC bereits seit rund 15 Jahren als strategische Partnerin. In der ganzen Schweiz setzt sich der SVC für die Förderung der KMU und ihrer Anliegen ein. Der Prix SVC hat eine wichtige Funktion: Er ist eine Form der Anerkennung und Wertschätzung unserer KMU. Wir rücken die Leistungen jener Unternehmen ins Rampenlicht, die täg- lich den Wirtschaftsstandort Schweiz stärken, Arbeitsplätze bieten und neue schaffen. Die Aktivitäten des SVC tragen zudem dazu bei, dass sich verschiedene Exponenten austauschen können und die Unternehmen selbst sowie die Unternehmerinnen und Unternehmer auch in der Bevölkerung wahrgenommen werden. 

Der Prix SVC Zentralschweiz war ursprünglich für Juni 2020 geplant, Sie mussten Ihn Corona-bedingt zweimal verschieben. Wie fand letztendlich die Preisverleihung statt? Aufgrund der aktuellen Situation mussten wir einige einschneidende Änderungen vornehmen: Der Anlass fand zwar wie geplant im KKL in Luzern statt, jedoch ohne Gäste und als digitale Verleihung konzipiert. Die Gäste und alle Interessierten konnten die Preis- verleihung per Livestream im Internet mitverfolgen. 
Auch auf den traditionelle Networking- Apéro mussten wir natürlich verzichten. Anstelle dessen lacierten wir eine virtuelle Prix-SVC-Messe, die vor der Preisverleihung besucht werden konnte. So konn- te man sich zumindest virtuell vernetzen. 
Wir machten aus den Umständen das Beste. Ich sehe das Ganze einfach als Chance, denn wir signalisieren mit der Preisverleihung ganz klar, dass der Wirtschaftsmotor in der Zentralschweiz auch dank den KMU immer noch gut läuft. Und wir freuen uns darauf, im 2023 dann wieder mit 1400 Gästen im KKL zu feiern.