Lockdown

Nachgefragt: was bedeutete der Lockdown für das Romantik Hotel Hornberg?

Wir haben beim Zweitplatzierten des Prix SVC Espace Mittelland 2019 nachgefragt:

SVC: Was bedeute der Lockdown für Sie und Ihr Unternehmen das Romantik-Hotel Hornberg? 

Christian Hoefliger: Die Lockdown-Zeit war für uns geprägt von zwei Faktoren: In der Hotellerie war es ein unmittelbarer Umsatzverlust. Wir haben innerhalb von 3 Tagen eine halbe Million an geplantem Umsatz verloren. Wir konnten nicht einmal mehr auf einem tieferen Niveau Umsatz generieren, sondern konnten schlicht gar keinen Ertrag mehr generieren. Das war sicher am bedeutungsvollsten. Als zweiten Faktor haben wir uns dann natürlich mit den Fragen «wie geht es weiter?», «welche Szenarien gibt es?» und «wie planen wir?» beschäftigt.

Wie haben Sie die Corona Krise bewältigt bzw. wie bewältigen Sie die Krise?

Wir hatten unser Unternehmen für acht Wochen geschlossen. Davon haben wir fünf Wochen für Umbau und Renovationen nutzen können. Da hatten wir Glück im Unglück, denn das war schon vor dem Lockdown so geplant gewesen. 

Dann haben wir uns intensiv mit der Umsetzung der Schutzkonzepte befasst, die es in der Gastronomie und Hotellerie gilt einzuhalten. 
Genügend Liquidität zu haben gehört auch massgeblich zur Bewältigung, ist dies ja quasi der Sauerstoff einer Unternehmung. Glücklicherweise half uns dann diese Liquidität, den unternehmerischen Freiraum beibehalten zu können, womit wir mit der jetzigen Situation einigermassen gut umgehen können. 

Ein letzter Punkt, der zur Bewältigung gehört, ist die Dynamik beizubehalten: Die momentane Situation ist enorm schnelllebig und es ist entscheidend, positiv mit dieser Dynamik mitgehen zu können und Opportunitäten zu sehen.

Was, das Sie sich während des Lockdowns angewöhnt haben, möchten Sie auch zukünftig beibehalten? 

Wir werden einige Sachen beibehalten: Eine davon sind sicher neue Modelle in den Prozessen. Auch wenn wir mit den Kunden immer in direktem Kontakt sind, lassen diese gewisse Spielräume zu. Dann die neuen Hygienevorschriften, die es in der Lebensmittel-/Hotellerie-Branche einzuhalten gilt. Diese haben uns zu kreativen Lösungsansätzen gezwungen, die teilweise sehr gut sind und die wir beibehalten wollen. Das sind beispielsweise kleine bereits abgefüllte Salatportionen anstelle eines grossen Salatbuffets oder auch beim Frühstücksbuffet lassen sich so schöne Kreationen anbieten.

Wie blicken Sie in die Zukunft? 

Wir schauen nicht ängstlich in die Zukunft. Wir hoffen aufs Beste und rechnen mit dem Schlimmsten. Es ist möglich, dass es erneute Einschränkungen gibt – persönlich glaube ich das zwar nicht, aber damit müssen wir rechnen und auch in der Planung miteinbeziehen. Ansonsten dürfen wir sehr optimistisch in die Zukunft blicken, bereits die Monate Juni, Juli und August sehen sehr gut aus bezüglich der Auslastung.

Ansonsten wird das Thema Empathie in der Zukunft sicher wichtiger denn: der richtige Umgang mit dem Menschen, dem Kunden, der vielleicht verunsichert, ängstlich ist – dass wir diesen empathischen Umgang beibehalten und werteorientierter miteinander umgehen. So habe ich das Gefühl, dass wir wirklich mit Freude in die Zukunft blicken können.
 

Infobox

Das Romantik Hotel Hornberg belegte beim Prix SVC Espace Mittelland den starken zweiten Platz. Das Hotel in Saanenmöser-Gstaad wurde 1936 als Familienbetrieb gegründet, seit 2003 wird es in der dritten Generation von Brigitte und Christian Hoefliger-von Siebenthal geführt. Das Vier-Sterne Hotel auf knapp 1300 m ü.M. verfügt über 40 Zimmer, die sich in vier verschiedenen Chalets befinden, einen Wellnessbereich inkl. Hallenbad und BioSchwimmteich, 6000 m2 Park, eine stilvolle Gastronomie sowie moderne Tagungsinfrastruktur. Die Gästebedürfnisse und das Einhalten des Leistungsversprechens stehen für das Inhaberpaar im Zentrum ihrer Aufgabe – dafür investiert es viel in die Qualität der Infrastruktur und der Dienstleistungen. Das «Team Hornberg», das sich für das Wohlergehen der Gäste
einsetzt, umfasst 53 Mitarbeitende, davon 13 Lernende.