Visualisierung der geplanten Wasserstoffproduktionsanlage von IWB und Fritz Meyer AG im Hafen Birsfelden Bild: Radek Rukat, e-bau GmbH/IWB
Basel/Liestal - Die beiden Basel wollen den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft unterstützen. Das sieht ihre erste Wasserstoffstrategie vor. Produktion, Speicherung und Nutzung des grünen Wasserstoffs sollen in Clustern und Hubs gebündelt werden.
(CONNECT) Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie vorgelegt. Diese sieht vor, an der Rolle der Region als Energiedrehscheibe der Schweiz anzuknüpfen und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen. Die Region bringe mit ihrer trimodalen Verkehrsinfrastruktur, den Rheinhäfen und grossen Tanklagern dafür gute Voraussetzungen mit, heisst es in einer Mitteilung zur Strategie.
Die Region will dabei ausschliesslich auf Wasserstoff setzen, der mit erneuerbaren Energien hergestellt worden ist. Dieser wird vor allem dort gebraucht, wo hohe Energiedichten nötig sind. Die beiden Kantone haben vom Zürcher Planungsbüro EBP Schweiz in einer Studie den Bedarf ermitteln lassen. Danach könnte der Wasserstoffbedarf in der Industrie, dem Schwerverkehr und der Schifffahrt 2025 zwischen 0,4 und 3,4 Prozent des Energiebedarfs beider Kantone ausmachen.
Die regionale Infrastruktur für grünen Wasserstoff und seine Derivate wie Methanol soll alle Wertschöpfungsstufen von der Produktion bis zur Nutzung umfassen. Die Strategie setzt dabei sowohl auf Wasserstoffcluster als auch auf Energiehubs, um die industrielle Ökosysteme entstehen sollen.
Wirtschaftlich ist die Produktion von grünem Wasserstoff vor allem in räumlicher Nähe zur Produktion von erneuerbaren Energien sinnvoll. Derzeit planen die Stadtwerke IWB und die Fritz Meyer AG im Hafen Birsfelden den schweizweit grösste Elektrolyseur. Dieser soll eine Leistung von 15 Megawatt aufweisen und seinen Strom vom Laufwasserkraftwerk Birsfelden beziehen. Der Wasserstoff könnte von der Industrie in der unmittelbaren Nachbarschaft verbraucht werden. Die IWB wollen das geplante Cluster auch an Projekte in Deutschland und Frankreich anbieten. Der definitive Investitionsentscheid ist allerdings noch nicht gefallen. Ein Teil der Wasserstoffleitung ist entlang des Rheins bereits im Bau. ce/ug