Nachgefragt bei Bundesrat Albert Rösti

Wie gelingt es, die Mobilität der Schweiz zukunftsfähig, energieeffizient und gleichzeitig wirtschaftsfreundlich weiterzuentwickeln? Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des UVEK, zeigt am Swiss Mobility Forum vom 15. September 2026 in Bern die Perspektiven zur Entwicklung der Mobilität in der Schweiz auf.

Im «Nachgefragt» spricht er darüber, welche Rahmenbedingungen es jetzt braucht, welche Rolle Unternehmen bei der Umsetzung spielen und weshalb Mobilität als Gesamtsystem gedacht werden muss. Ein Vorgeschmack auf einen der hochkarätigen Impulse am Swiss Mobility Forum.

Albert Rösti
Die Mobilität steht vor grossen Veränderungen. Wo sehen Sie für die Schweiz aktuell den grössten Hebel, um Mobilität zukunftsfähig, energieeffizient und gleichzeitig wirtschaftsfreundlich weiterzuentwickeln?
Der grösste Hebel liegt darin, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und gleichzeitig Raum für Innovation zu lassen. Dazu gehören eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, eine sichere Stromversorgung und der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur. Mit dem Klima- und Innovationsgesetz unterstützt der Bund Unternehmen zudem gezielt bei Investitionen in innovative und klimafreundliche Technologien. Gleichzeitig müssen wir Mobilität stärker als Gesamtsystem verstehen. Strasse, Schiene, öffentlicher Verkehr sowie Velo- und Fussverkehr haben unterschiedliche Stärken. Entscheidend ist, diese intelligent miteinander zu verbinden. Der Bund schafft Voraussetzungen, dass die Mobilität der Zukunft gemeinsam mit Kantonen, Städten, Gemeinden und insbesondere auch mit der Wirtschaft umgesetzt werden kann.
Mobilität ist für viele Unternehmen ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Welchen Stellenwert sollte eine zukunftsfähige Mobilität heute in der Unternehmensstrategie haben – und wo können Unternehmen selbst am meisten bewirken?
Mobilität muss heute Teil einer vorausschauenden Unternehmensstrategie sein. Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern ebenso um Wettbewerbsfähigkeit, Kosten, Erreichbarkeit und Versorgungssicherheit. Unternehmen verfügen über konkrete Handlungsmöglichkeiten: Sie können beispielsweise ihre Flotten elektrifizieren, Ladeinfrastrukturen aufbauen, Geschäfts- und Pendlerwege optimieren oder unterschiedliche Verkehrsmittel intelligenter kombinieren. Nicht jede Lösung passt zu jedem Unternehmen. Entscheidend ist, dort anzusetzen, wo mit einem vertretbaren Aufwand die grösste Wirkung erzielt werden kann. Gerade Unternehmen können mit pragmatischen und innovativen Lösungen viel zur Weiterentwicklung unserer Mobilität beitragen.
In der Mobilität wird viel über Ziele und Technologien gesprochen. Wo müssen wir in der Schweiz aus Ihrer Sicht schneller ins Umsetzen kommen – und welche Rolle erwarten Sie dabei von den Unternehmen?
Die Schweiz verfügt bereits über ein sehr leistungsfähiges Verkehrssystem und viel Innovationskraft. Die Herausforderung besteht darin, gute Lösungen rascher in die praktische Anwendung zu bringen und die verschiedenen Akteure besser miteinander zu vernetzen. Die Mobilität der Zukunft entsteht nicht allein in Bern. Sie entsteht dort, wo Unternehmen ihre Flotten und Logistik planen, Gemeinden ihre Verkehrsinfrastruktur entwickeln und neue Technologien im Alltag eingesetzt werden. Dafür braucht es Eigeninitiative, Investitionsbereitschaft und die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Forschung und Wirtschaft. Der Bund setzt die Rahmenbedingungen – Innovation und Umsetzung müssen aber auch aus dem Markt und den Unternehmen heraus entstehen.
Am Swiss Mobility Forum treffen sich Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und öffentlicher Hand. Welches ist Ihr persönliches Highlight in der Entwicklung einer zukunftsfähigen Mobilität?
Die Fähigkeit unseres Verkehrssystems, verschiedene Verkehrsträger miteinander zu verbinden, zeichnet die Schweiz aus. Zukunftsfähige Mobilität bedeutet für mich, die jeweiligen Stärken von Strasse, Schiene, öV, Velo- und Fussverkehr sinnvoll zu kombinieren. Deshalb freut mich insbesondere die Entwicklung von Verkehrsdrehscheiben, die den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern erleichtern. Das ist für mich gelebte Schweizer Mobilität: flexibel, vernetzt und auf die Bedürfnisse von Menschen und Wirtschaft ausgerichtet.
Albert Rösti
Name
Albert Rösti
Position / Unternehmen
Bundesrat und Vorsteher des UVEK
Unternehmensbeschreibung in 3 Sätzen

Das Swiss Mobility Forum bringt am 15. September 2026 in Bern Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und öffentlicher Hand zusammen, um die Mobilität in Unternehmen neu zu denken. Im Zentrum stehen konkrete Impulse, innovative Lösungen und Praxisbeispiele, die zeigen, wie Mobilität energieeffizienter, wirtschaftlicher und zukunftsfähiger gestaltet werden kann. Hochkarätige Referent*innen und viel Raum für Austausch und Vernetzung machen das Forum zur Plattform für alle, die Mobilität der Zukunft aktiv mitgestalten wollen.