25 Jahre industrielles Know-how «Swiss Made»
Patric concept wurde 2001 in Colombier im Kanton Neuenburg gegründet und feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen. Ursprünglich auf kleine statische Bauteile, Förderanlagen und Hebebühnen spezialisiert, hat das Unternehmen seine Kompetenzen und Technologien schrittweise ausgebaut und entwickelt heute Spezialmaschinen mit hohem technologischem Anspruch.
Anlässlich seines eigenen Jubiläums und jenes von SVC blickt Patrick Feller auf die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung von Patric concept zurück und teilt seine Vision von Sondermaschinen, den sich wandelnden industriellen Anforderungen, Innovation und einem «Swiss Made», das über ein blosses Herkunftslabel hinausgeht.
Ihr Unternehmen feiert sein 25-jähriges Bestehen. Welche Meilensteine haben seine Entwicklung besonders geprägt?
Als Patric Concept im Jahr 2001 gegründet wurde, stellten wir hauptsächlich kleine statische Bauteile, Förderbänder und Hebebühnen her. Im Laufe der Jahre haben wir unser Kompetenzspektrum schrittweise erweitert, sodass wir heute technologisch anspruchsvolle Sondermaschinen entwickeln.
Diese Entwicklung ging mit der Integration verschiedener Fachkompetenzen einher. Heute vereinen wir unter einem Dach Maschinenbau, Automatisierung, Stahlbau, Montage, Inbetriebnahme und Kundendienst. So können wir ein Projekt von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme beim Kunden begleiten.
Auch unsere Anwendungsbereiche haben sich diversifiziert. Wir sind insbesondere in der Uhrenindustrie, der Lebensmittelindustrie, der Mikrotechnik und der MedTech-Branche tätig. In den letzten 25 Jahren haben sich Technologien und Maschinen stark weiterentwickelt, doch unsere Herangehensweise an unser Handwerk ist dieselbe geblieben: eine industrielle Problemstellung zu verstehen und eine massgeschneiderte Lösung zu entwickeln.
Gab es einen Moment, in dem Sie Ihre Ausrichtung überdacht oder Ihre Positionierung weiterentwickelt haben?
Ich würde eher von einer schrittweisen Entwicklung als von einem Bruch sprechen. Wir haben mit relativ einfachen Projekten begonnen und unsere Kompetenzen nach und nach erweitert, um immer spezifischere und komplexere industrielle Herausforderungen zu bewältigen.
Heute beginnt unser Tätigkeitsfeld in der Regel dort, wo die Standardlösung endet. Wenn ein Industrieunternehmen mit einer unzureichenden Produktionsgeschwindigkeit, einer schwer zu automatisierenden Qualitätskontrolle, einem schwer nachzubildenden menschlichen Arbeitsschritt oder einer kritischen Rückverfolgbarkeitsanforderung konfrontiert ist, muss manchmal eine Maschine konzipiert werden, die es noch gar nicht gibt.
Unsere Entwicklung besteht daher darin, die notwendigen Kompetenzen zu bündeln, um diese Art von Projekten in ihrer Gesamtheit zu betreuen – von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme beim Kunden.
Wie haben sich die Anforderungen Ihrer Industriekunden in den letzten Jahren verändert?
Die technische Leistungsfähigkeit ist natürlich nach wie vor entscheidend, reicht aber nicht mehr aus. Der Wert einer Maschine lässt sich nicht mehr allein an ihren Anschaffungskosten messen.
Unsere Kunden müssen auch die Verfügbarkeit ihrer Anlagen, die Wartung, die Produktionsqualität, die Rückverfolgbarkeit, die Skalierbarkeit und die langfristige Betreuung berücksichtigen.
In bestimmten Bereichen erreichen diese Anforderungen ein besonders hohes Niveau. In der Medizintechnik und der Mikrotechnik entwickeln wir beispielsweise Reinigungsanlagen, die hohen Anforderungen an Sauberkeit und Wiederholgenauigkeit genügen müssen.
Dies erfordert nicht nur die Beherrschung der Technologie, sondern auch einen ganzheitlichen Blick auf die Maschine, ihr Umfeld und ihren Einsatz im Laufe der Zeit.
Die MedTech-Branche gehört heute zu Ihren Tätigkeitsbereichen. Welche Kompetenzen können Sie in diesen Sektor einbringen?
Die MedTech-Branche passt gut zu unserem Ansatz bei Sondermaschinen, da sie Herausforderungen mit sich bringt, bei denen Präzision, Sauberkeit, Wiederholgenauigkeit, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit besonders wichtig sind.
Wir entwickeln insbesondere hochentwickelte Reinigungsanlagen, die hohen Anforderungen an Sauberkeit und Wiederholgenauigkeit gerecht werden. Darüber hinaus haben wir Palettiersysteme für die Montage von Autoinjektoren, Prüfanlagen für Medizinprodukte sowie Maschinen zur Aufbereitung von Blutplasma konzipiert.
Die Anwendungsbereiche sind unterschiedlich, doch unser Ansatz bleibt derselbe: Wir gehen von einer spezifischen Problemstellung aus und bündeln die erforderlichen Kompetenzen, um eine massgeschneiderte Anlage zu konzipieren und zu realisieren. Genau diese Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln, die es in keinem Katalog gibt, bildet den Kern unseres Geschäfts.
Welche neuen Technologien oder Lösungen beflügeln derzeit Ihre Innovationskraft?
Robotik, KI und maschinelles Lernen ermöglichen es uns insbesondere, bestimmte Automatisierungsprobleme auf neue Weise anzugehen.
In der Uhrenindustrie haben unsere Ingenieure beispielsweise daran gearbeitet, eine besonders heikle Bewegung nachzubilden, die von einem Mitarbeitenden beim Reinigen empfindlicher Teile manuell ausgeführt wird. Dank Robotik und maschinellem Lernen ist es uns gelungen, diese Bewegung originalgetreu nachzubilden.
Die Innovation betrifft auch die Art und Weise, wie wir unsere Anlagen nutzen und begleiten. Wir haben insbesondere ein Dokumentationssystem eingeführt, das direkt in unsere Maschinen integriert ist und auf künstlicher Intelligenz basiert. Das Ziel ist es, diese neuen Werkzeuge so nah wie möglich an die Anlage und ihre Nutzung zu integrieren.
Schliesslich betrifft die Innovation auch unsere eigenen Fertigungsmethoden. Wir haben kürzlich das Laserschweissen in unserer Werkstatt eingeführt. Dies ist ein gutes Beispiel für unseren Umgang mit Technologie: Das Ziel besteht nicht darin, das Know-how des Handwerkers zu ersetzen, sondern ihm neue Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sich die Gleichmässigkeit und Qualität der Arbeit weiter verbessern lassen.
Für uns macht Innovation erst dann wirklich Sinn, wenn sie bestehendes Know-how stärkt und einen konkreten Mehrwert für den Einsatz unserer Maschinen schafft.
Welche Bedeutung messen Sie in einem stark technologisierten und globalisierten Umfeld dem «Swiss Made» und dem menschlichen Know-how noch bei?
Für mich ist «Swiss Made» nicht nur ein Gütesiegel. Es ist eine Arbeitsweise, die Präzision, Reaktionsfähigkeit, technisches Können und echte Verantwortung gegenüber dem Kunden garantiert.
Das beginnt manchmal mit etwas so Einfachem wie einer Schweissnaht. Wenn man eine fertige Maschine betrachtet, interessiert man sich oft für ihre Technologie oder ihre Leistungsfähigkeit. Aber schon eine schöne, saubere, gleichmässige und gratfreie Schweissnaht spiegelt den hohen Anspruch wider, der an ihre Ausführung gestellt wurde. Das ist echtes Know-how.
Hinter jeder Maschine stehen Ingenieure, Automatisierungstechniker, Mechaniker, Monteure, Verkabelungsfachkräfte und Schlosser, deren Kompetenzen sich ergänzen, um eine einzigartige Anlage entstehen zu lassen. Wir stützen uns zudem auf ein Netzwerk sorgfältig ausgewählter Subunternehmer und Lieferanten, wobei wir nach Möglichkeit Schweizer Partner bevorzugen.
Diese Nähe hat in einem stark globalisierten industriellen Umfeld nach wie vor einen echten Wert. Sie trägt zu unserer Reaktionsfähigkeit und unserer Fähigkeit bei, die technische Kontrolle über die Projekte zu behalten.
Auch nach 25 Jahren bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass sich «Swiss Made» nicht allein auf das beschränken lässt, was auf dem Typenschild einer Maschine steht. Es zeigt sich in der Erfahrung eines Mechanikers, im hohen Anspruch eines Ingenieurs und im Engagement eines ganzen Teams, nichts dem Zufall zu überlassen und die volle Verantwortung für das zu übernehmen, was es entwickelt und liefert.